Radtouren auf den Spuren von Findorff

Radtouren_800

Einige Spuren der Moorkolonisation sind noch heute zu sehen. Unsere Autoren haben fünf Radtouren entwickelt, die solche Spuren aufsuchen. Mit Hilfe des jeweiligen Links gelangen Sie direkt auf die jeweilige KOMOOT-Seite, von wo die Radtouren herunter geladen werden können.

Zu den genannten Sehenswürdigkeiten finden sich auf allen zugehörigen KOMOOT-Seiten entsprechende Fotos entlang der Strecke. Um dort den Ort eines bestimmten Fotos zu finden, kann man einfach die angezeigte Karte größer ziehen.

Route 1: Aller Anfang ist schwer - 53km

Was es unterwegs zu sehen gibt:

  • Torfkahnhafen Kreuzkuhle, historische Zollstation, viele Infotafeln geben einen Einblick in das Leben im Moor, Rastmöglichkeiten und ein „stilles Örtchen“ runden den komfortablen Service ab.

  • Breddorfer Moor – umstrittener, illegal besiedelter „Vorposten“ des Geestdorfes Breddorf zum Abstecken eines Breddorfer „Claims“, führte auch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit Obrigkeit und Kolonisten.

  • Lok der ehemaligen Teufelsmoorer Torf Kleinbahn, diese musste von hier aus beladen „Fahrt“ aufnehmen, um die Brücke über die Hamme zu schaffen.

  • Handtorfstich bei der ehemaligen Teufelsmoorer Schule, heute „Kleines Haus im Moor“, mit Torfstich, Torfsoden, zum Trocknen „geringelte“ Torfsoden und in der Saison einem kleinen Beet mit Buchweizen (Knöterichgewächs), dem „Getreide“ des Moores.

  • Moorkate der Museumsanlage Ströhe-Spreddig, erste, primitive Behausung von Kolonisten, hier nachgebaut in einem liebevoll zusammengestellten Dorfmuseum.

  • Schleuse Viehspecken, 1961 gebaut, ersetzt zwei alte Hammeschleusen von 1932; der Name rührt daher, dass hier früher Kühe über einen Knüppeldamm auf die andere Seite „rübergespeckt“ wurden.

  • Rastplatz Schleuse Viehspecken.

  • Klappstau Giehlermoor, nachgebaut, voll funktionstüchtig, Rastplatz mit Infotafel zur Funktionsweise eines Klappstaus, der half, durch Stau Kanäle einigermaßen schiffbar zu halten.

Route 2: Torfhandel und Kanalschifffahrt - 47km

Was es unterwegs zu sehen gibt:

  • Semkenfahrt – wichtige Schifffahrtsverbindung für Torfkähne nach Bremen, im Oberlauf während des herbstlichen Torftransports auf Wasserzufluß aus der Tüschendorfer Wasserlöse angewiesen, die aus dem Geestdorf Tarmstedt kam und zusätzlich durch die ebenfalls aus Tarmstedt kommende Querlöse ergänzt wurde.

  • Melchershütte – Torfumschlag von kleineren Torfkähnen auf größere Kähne der Eichenfahrer (geeichte Ladekapazität) aus Bremen; Eichenfahrer nutzten lange Zeit ihr Monopol für Weitertransport von Torf und Verkauf aus. Sie beteiligten Torflieferanten ungenügend am Gewinn.

  • Die Beek im NSG Hammeniederung, „Nebenfluss“ der Hamme.

  • Schlussdorfer Torfschiffswerft, auf dem Gelände befindet sich das Modell eines trockenen Klappstaus.

  • Tüschendorfer Damm, vermittelt noch jene Stimmung ursprünglicher Moorwege.

  • Tüschendorfer Wasserlöse – Tarmstedter Geestwasserzufuhr für die Semkenfahrt.

  • Staurest der Tüschendorfer Wasserlöse zur Verbesserung der Semkenfahrt-Wasserführung.

  • Tarmstedter Moor – illegal errichteter „Vorposten“ Tarmstedts zum Abstecken eines Tarmstedter „Claims“ bei der kurhannoverschen Moorkolonisation.

Route 3: Industrielle Torfnutzung - 27km

Was es unterwegs zu sehen gibt:

  • Augustendorf, von einem Findorffschen Nachfolger, Johann-Nicolaus Witte, nach dessen Tod kolonisiert und heute das Beispiel eines Findorffschen Moorhufendorfes für eine im Zuge der kurhannoverschen Moorkolonisation entstandene Kulturlandschaft landesweiter Bedeutung.

  • Moorhof, vollständig, am Originalstandort in Augustendorf erhaltener Moorhof mit Rauchhaus, Torfkahn und – etwas verborgen – Torfstich.

  • Marienhütte, größte Glashütte im Gnarrenburger Moor, berühmt geworden durch den Tropfenzähler, ein Arzneimittelgläschen für tropfen-genauen Medikamenteneinsatz; für jeden, der sich für dieses interessante, medizinische Hilfsmittel und anderes, das aus der Marienhütte kam, interessiert: im Gnarrenburger Bahnhofsgebäude, Bahnhofsstraße 15, befindet sich ein Glasmuseum, das von Mai bis Oktober sonntags zwischen 14 und 18 Uhr besichtigt werden kann.

  • Ehemalige Kantine der Marienhütte.

  • Rest der Kuhstedter Ziegelei.

  • Findorff-Kirche Gnarrenburg mit später angebautem Kirchturm, auch zur Abstützung des Kirchenschiffs in Richtung Dahldorf – ein Beispiel von Findorffs Einsatz für religiös-sittliche Betreuung, wie es damals hieß; von der Kirche aus lässt sich leicht ein ev. Besuch des Glasmuseums einschieben: nicht nach Dahldorf abbiegen, sondern an Kirche und anschließendem Rathaus vorbei zur Bahnhofsstraße, links einbiegen, am Ende liegt das Bahnhofsgebäude mit dem Museum.

Route 4: Die Ostemoore - 32km

Was es unterwegs zu sehen gibt:

  • einzeilige Findorff-Siedlung mit gut erhaltener Moorhufen-Struktur und sehenswerten Höfen aus der Anfangszeit, von denen zwei als sogenannte „Findorffhäuser“ nach Iselersheim und Mehedorf versetzt wurden.

  • Mehedorfer Schiffstelle, hier gab es vor der Begradigung der Mehe, einem Nebenfluss der Oste, einen kleinen Hafen, deshalb Schiffsstelle; auch die Hollener Schiffsstelle am anderen Mehe-Ufer fiel der Flussbegradigung zum Opfer, obwohl Schiffsstellen wegen schlechter Wege im Moor wichtige Möglichkeiten darstellten, über Schiffsgräben oder befahrbare Flüssen Waren zu transportieren.

  • Blick von der Schiffstelle zum Mehe Schöpfwerk, das Kornbecksmoor und Mehemoor entwässert, damit sie wirtschaftlich genutzt werden können. Schwierig wird es, wenn die bis Bremervörde tidenbeeinflusste Oste wegen Hochwassers kein zusätzliches Wasser aufnehmen kann, weil sich dann tiefer gelegene Bereiche um Mehe und Wallbeck nicht entwässern lassen.

  • Findorff Haus in Iselersheim, umgesetzt aus Ostendorf, heute Heimathaus.

  • Findorff-Grab.

  • Mehedorfer Heimathaus, ebenfalls umgesetzt aus Ostendorf.

5: Zukunft im Hellweger Moor - 29km

Was es unterwegs zu sehen gibt:

  • Alter Moorhof, heute idyllisch, damals? Drei Ämter waren an der Kolonisation beteiligt: Ottersberg, Verden, Rotenburg – keine leichte Aufgabe.

  • Ehemalige Allerdorfer Schule, auch hier: kein Findorffsches Siedlungsgebiet ohne erreichbare Schule.

  • Unverbautes Vorland – typisch für diese Moorkolonie.

  • Bebautes „Hinterland“ (2. Reihe): Hofstelle mit Vorland.

  • Heimathausgelände Posthausen mit vielen Informationen und Fragen rund um Findorffs kurhannoversche Moorkolonisation, nette Rastplätze.

  • Tipp: wer etwas mehr Zeit hat, könnte sich das vernässte Badener Moor ansehen. Zugang ist gegenüber der Zufahrt zum Achimer Golfplatz.